It's Review Time!
Im Gegensatz zur englischen Teatime gibt es hier jetzt keine Scones. Nicht mal bitteren Schwarztee. Pardon. Stattdessen gibt es alles, was mir zu gestern einfällt, dem Tag der Tage der Mercedes Benz Fashion Week - jedenfalls für mich. Wie schon berichtet, war ich eine der vier Glücklichen, die dank der Morgenpost Online (fast) überall reinkamen und dazu dann auch noch ihren Senf per Twitter abgeben durften (wen die Vergangenheitsform irritiert, merke jetzt auf: natürlich geht die Twitter-Reporterei noch weiter unter bmonline_fw).
(Rote Einladung)
Gut ging's los gestern - mit Marcel Ostertag. Achtung, schlechter Witz: Keine Eier, keine Hasen weit und breit. Mal von den vielen Fashion-Bunnies abgesehen. Und die sind ja auch eine Spezies für sich (wer sonst traut sich schon mit Strohhut ohne Deckel auf die Straße - von dementen, verarmten italienischen Obstbauern mal abgesehen, vielleicht). Na, zurück zur Show. Ich stolperte ins Zelt, bekam netterweise eine kleine Lounge-Einführung (sonst wäre ich noch auf den roten Teppich getorkelt), schnappte ein Wasser und ging dann auf den Runway, um zu meinem Platz durchzukommen. Egal, wie oft man sich Videos oder Bilderstrecken von welchen-Fashionweeks-auch-immer ansieht, nichts kommt dem tatsächlichen Eindruck auch nur entfernt nahe. Es wirkte wie ein eigener kleiner Kosmos: Der Laufsteg lang und weiß; die in verschiedene Reihen geschichteten Besucher, die alle mindestens gut angezogen waren; die nur mäßige, darum aber sehr stimmungsvolle Beleuchtung - ich spreche jetzt bewusst nicht von angehaltenem Atem oder überbordener Begeisterung, so war das nämlich nicht. Es war einfach mein 1. Mal. Ein richtiger Laufsteg. Kaum den Platz gefunden, schritt das erste Model auf und ab. Man kennt das vielleicht aus Filmen: dass die Musik einer Szene einfach perfekt passt, hier war es auch so.* Am stärksten ist mir übrigens der Kopfschmuck jedes zweiten Models im Gedächtnis geblieben: Bienenwabenartige schwarze und vanillefarbene Stirn-Accessoires. Unbedingt ansehen, zum Beispiel unter Morgenpost Online. Ansonsten sah ich viel Schönes, aber nichts von dem ich dachte, *dieses* und kein anderes Teil könne mein Leben nachhaltig verändern. (Hellbraune Einladung)
Lena Hoschek. Unbeschreiblich - nicht in Worte zu fassen - keine sprachliche Wendung könnte meinen Eindrücken gerecht werden. Ach, sage ich es lieber gleich: Ich hab die Show verpasst. Dachte, sie wäre 30 Minuten später. War sie aber nicht. Sehr ärgerlich, ihre Bondage-Anleihen hätte ich gern bewegt gesehen. Hat die Heidi mit den Germanys-Next-Topmodel-Mädels in der vergangenen Staffel also doch nicht umsonst den Walk mit Handschellen geprobt (ja, die Heidi kennt die Branche). Kurz überlegt, mir vor Ärger über mich selbst die Haare zu raufen, dann aber davon Abstand genommen: Eine Perücke könnte ich mir ja doch nicht leisten. (Graues Booklet)
Dritter Programmpunkt war die Premium. Eine ziemlich große Modemesse hauptsächlich für Einkäufer am Gleisdreieck. Da fühlte ich mich ein bisschen verloren. Die Labels waren in abgetrennten Boxen untergebracht, aber davon gab es unzählige. So lief und lief ich. Und twitterte und twitterte. Die besten Boxen: Ella Singh (much too much, glitzi, glitzi) - Coccinelle (Taschen von Kostas Murkudis) und Michalsky (heißester Standboy). Die Stunden verflogen jedenfalls wie nichts, und auf einmal sah ich wieder Tageslicht: ich hatte tatsächlich den Ausgang erreicht. Und weil eine Bloggerin mich um ein Bild meines Outfits bat, ich aber den Namen des Blogs nicht verstand, hier noch einmal für alle, die es interessiert: mein Outfit von gestern.
(Leoprint-Einladung)
Zurück am Zelt hatte ich auf einmal Zeit und konnte mir ganz entspannt die "Moving Fashion Show on Bicycles" von Reality Studio ansehen. Paar Models kamen auf Retro-Bikes angestrampelt, fuhren eine Runde im Kreis, stiegen ab und posierten für die seehr rüden Fotografen ("Was soll das jetzt wieder sein?"). Mehr dazu seht&lest ihr bei LesMads. Nur wenig später entdeckte ich die lange Schlange, die mich zu Lala Berlin führen sollte und stellte mich an. Nervöse Menschen um mich herum bekamen schon Angst, keinen Einlass mehr zu erhalten - schwupps, da hatte die Schlange sich schon wieder aufgelöst und alle nahmen die bedruckten Lala-Berlin-Beutelchen von ihren Stühlen, um Platz zu nehmen. Die Show selbst war ein Defilee fließender Stoffe. Dazu sang live eine junge Frau in Metallic-Kurzkleid und Sneakern. Ja, Sneakern. Die sah man dann auch an einigen Models und an der Designerin. Einerseits sehr begrüßenswert (hat eigentlich mal jemand recherchiert, wie sich der Absatz von Blasenpflastern während der Fashionweek verändert?), andererseits: Turnschuhe. Dafür bin ich wohl einfach noch nicht reif.
*Ja, ich weiß. Heute komme ich schon arg schwurbelig daher, wer nicht mehr kann, muss jetzt wieder online Sodukus lösen, denn so geht es definitiv weiter.















