It's Review Time!

Im Gegensatz zur englischen Teatime gibt es hier jetzt keine Scones. Nicht mal bitteren Schwarztee. Pardon. Stattdessen gibt es alles, was mir zu gestern einfällt, dem Tag der Tage der Mercedes Benz Fashion Week - jedenfalls für mich. Wie schon berichtet, war ich eine der vier Glücklichen, die dank der Morgenpost Online (fast) überall reinkamen und dazu dann auch noch ihren Senf per Twitter abgeben durften (wen die Vergangenheitsform irritiert, merke jetzt auf: natürlich geht die Twitter-Reporterei noch weiter unter bmonline_fw).

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(Rote Einladung)
Gut ging's los gestern - mit Marcel Ostertag. Achtung, schlechter Witz: Keine Eier, keine Hasen weit und breit. Mal von den vielen Fashion-Bunnies abgesehen. Und die sind ja auch eine Spezies für sich (wer sonst traut sich schon mit Strohhut ohne Deckel auf die Straße - von dementen, verarmten italienischen Obstbauern mal abgesehen, vielleicht). Na, zurück zur Show. Ich stolperte ins Zelt, bekam netterweise eine kleine Lounge-Einführung (sonst wäre ich noch auf den roten Teppich getorkelt), schnappte ein Wasser und ging dann auf den Runway, um zu meinem Platz durchzukommen. Egal, wie oft man sich Videos oder Bilderstrecken von welchen-Fashionweeks-auch-immer ansieht, nichts kommt dem tatsächlichen Eindruck auch nur entfernt nahe. Es wirkte wie ein eigener kleiner Kosmos: Der Laufsteg lang und weiß; die in verschiedene Reihen geschichteten Besucher, die alle mindestens gut angezogen waren; die nur mäßige, darum aber sehr stimmungsvolle Beleuchtung - ich spreche jetzt bewusst nicht von angehaltenem Atem oder überbordener Begeisterung, so war das nämlich nicht. Es war einfach mein 1. Mal. Ein richtiger Laufsteg.

Kaum den Platz gefunden, schritt das erste Model auf und ab. Man kennt das vielleicht aus Filmen: dass die Musik einer Szene einfach perfekt passt, hier war es auch so.* Am stärksten ist mir übrigens der Kopfschmuck jedes zweiten Models im Gedächtnis geblieben: Bienenwabenartige schwarze und vanillefarbene Stirn-Accessoires. Unbedingt ansehen, zum Beispiel unter Morgenpost Online. Ansonsten sah ich viel Schönes, aber nichts von dem ich dachte, *dieses* und kein anderes Teil könne mein Leben nachhaltig verändern.

(Hellbraune Einladung)
Lena Hoschek. Unbeschreiblich - nicht in Worte zu fassen - keine sprachliche Wendung könnte meinen Eindrücken gerecht werden. Ach, sage ich es lieber gleich: Ich hab die Show verpasst. Dachte, sie wäre 30 Minuten später. War sie aber nicht. Sehr ärgerlich, ihre Bondage-Anleihen hätte ich gern bewegt gesehen. Hat die Heidi mit den Germanys-Next-Topmodel-Mädels in der vergangenen Staffel also doch nicht umsonst den Walk mit Handschellen geprobt (ja, die Heidi kennt die Branche). Kurz überlegt, mir vor Ärger über mich selbst die Haare zu raufen, dann aber davon Abstand genommen: Eine Perücke könnte ich mir ja doch nicht leisten.

(Graues Booklet)

Dritter Programmpunkt war die Premium. Eine ziemlich große Modemesse hauptsächlich für Einkäufer am Gleisdreieck. Da fühlte ich mich ein bisschen verloren. Die Labels waren in abgetrennten Boxen untergebracht, aber davon gab es unzählige. So lief und lief ich. Und twitterte und twitterte. Die besten Boxen: Ella Singh (much too much, glitzi, glitzi) - Coccinelle (Taschen von Kostas Murkudis) und Michalsky (heißester Standboy). Die Stunden verflogen jedenfalls wie nichts, und auf einmal sah ich wieder Tageslicht: ich hatte tatsächlich den Ausgang erreicht. Und weil eine Bloggerin mich um ein Bild meines Outfits bat, ich aber den Namen des Blogs nicht verstand, hier noch einmal für alle, die es interessiert: mein Outfit von gestern.

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(Leoprint-Einladung)
Zurück am Zelt hatte ich auf einmal Zeit und konnte mir ganz entspannt die "Moving Fashion Show on Bicycles" von Reality Studio ansehen. Paar Models kamen auf Retro-Bikes angestrampelt, fuhren eine Runde im Kreis, stiegen ab und posierten für die seehr rüden Fotografen ("Was soll das jetzt wieder sein?"). Mehr dazu seht&lest ihr bei LesMads. Nur wenig später entdeckte ich die lange Schlange, die mich zu Lala Berlin führen sollte und stellte mich an. Nervöse Menschen um mich herum bekamen schon Angst, keinen Einlass mehr zu erhalten - schwupps, da hatte die Schlange sich schon wieder aufgelöst und alle nahmen die bedruckten Lala-Berlin-Beutelchen von ihren Stühlen, um Platz zu nehmen.

Die Show selbst war ein Defilee fließender Stoffe. Dazu sang live eine junge Frau in Metallic-Kurzkleid und Sneakern. Ja, Sneakern. Die sah man dann auch an einigen Models und an der Designerin. Einerseits sehr begrüßenswert (hat eigentlich mal jemand recherchiert, wie sich der Absatz von Blasenpflastern während der Fashionweek verändert?), andererseits: Turnschuhe. Dafür bin ich wohl einfach noch nicht reif.


*Ja, ich weiß. Heute komme ich schon arg schwurbelig daher, wer nicht mehr kann, muss jetzt wieder online Sodukus lösen, denn so geht es definitiv weiter.

Fashion Day Berlin

Die meisten kennen obige Veranstaltung wahrscheinlich unter ihrem offiziellem Titel "Mercedes-Benz Fashion Week Berlin 2011". Wer da hinwill, sollte Einkäufer, Journalist, A-, B-, C-Promi sein. Wenigstens aber ein richtig bekannter Blogger. Trifft alles nicht zwingend auf mich zu (noch nicht) - und pure Begeisterung hat bisher noch niemanden auf eine Modenschau getragen. Dankenswerterweise gab es da vor ein paar Tagen ein Gewinnspiel der Morgenpost Online. Und weil es anscheinend doch einen Fashion-Gott gibt, bin ich eine der vier Glücklichen, die ab morgen für jeweils einen Tag Twitterreporter auf der Fashion Week sein werden. Folgt mir unter: bmonline_fw!

Ich sag nur: Marcel Ostertag, Lena Hoschek, Lala Berlin. Sehr verehrter Bebelplatz, ich komme, werde twittern und gucken, bis mir die Augen ausfallen. Ein Besuch auf der Premium gibt dann das Sahnehäubchen. Gezeigt werden die Entwürfe für Spring / Summe 2011. Sollten die auch nur annähernd so aussehen wie letztes Jahr, dürfte mich in etwa folgendes bei Show Nummer eins - und gleichzeitig der Eröffnungshow der Fashion Week - von Marcel Ostertag erwarten: Luftiges, überaus Tragbares und sehr Weibliches.

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(Sommer 2010)

Die femininen Kleider von Marcel Ostertag sind offensichtlich ganz anders feminin als die von Lena Hoschek. Da werden morgen bestimmt mal wieder Kreationen über den Laufsteg getragen, die ihrer Gegenstandsadelung mehr als gerecht werden: Bleistiftröcke, Zigarettenhosen und weeeeit schwingende Tellerröckchen. Laut Eigenauskunft auf ihrer Homepage eine "Hommage an das Pin-up Girl" der 40er und 50er. Ob Marie Nasemann, das Germanys-Next-Topmodel meines Herzens, auch wieder gebucht wurde, muss ich mich ab jetzt nur noch wenige Stunden fragen. Yeah!

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Hoschek
Nasemann
(Herbst / Winter 2010)

Das Beste wie immer zum Schluss: Lala Berlin. Auf diese Show freue ich mich schlicht und ergreifend deshalb am meisten, weil ich einfach alles von Leyla Piedayesh auch selbst tragen würde. Sowohl ihren Strick, als auch ihre fließenden Kleider, Oberteile und Hosen. Von den Tüchern ganz zu schweigen. Lieber Modegott, schon einmal warst du mir hold, sende mir einfach noch kurz das Monatseinkommen eines Bahn-Managers in höherer Position oder gleich ein Paket vom Online-Shop Lala Berlins; und ich gelobe, neben dir keinem anderem Gott zuzusprechen.

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(Sommer 2010)

Ich sag mal: Fashion Week - ich komme. (Übrigens in einem extra für morgen ausgesuchten Kleid von COS. So viel unnötiges Event-Shopping musste sein.)

Cat Content

Es gibt langsame Menschen und es gibt Menschen, die sind noch langsamer und befassen sich erst dann mit einem "Trend", wenn er schon wieder sowas von in Vergessenheit geraten ist. Zu letzterer Gruppe gehöre dann wohl ich. Aktuell dreht sich alles in meinem Kopf um dieses Kätzchenkleid von Yumi, das ich soeben käuflich via Internet (Zalando-Lounge) erworben habe.

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Leider dreht es sich nicht nur in meinem Kopf - auch in meinem Magen geht es fröhlich auf und wieder ab. Habe ich das richtige getan? Kann man wirklich ein Kleid mit Allover-Katzenprint tragen und dabei nicht wie eine Wannabe-Lolita aussehen? Diese Frage hört nicht auf, immer wieder aufs Tableau zu hüpfen und fröhlich nach Aufmerksamkeit zu quäken.

So oder so: Die Inspiration für dieses Teilchen aus Chiffon (ach nein, Polyester, so ein Mist) war mutmaßlich die "Miu Miu Spring 2010 Ready to Wear"-Kollektion.

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(via Style.com)

Und weil all die Katzen und Vögel und niedlichen Dinge, die Miuccia Prada da sonst noch so auf Stoff gebannt hat, so unsagbar mädchenhaft daherkommen, musste Zara natürlich auch gleich mit ins Boot springen. Das wurde sehr heiß in verschiedenen Blogs diskutiert und tendenziell für nicht gut befunden. Ich enthalte mich an dieser Stelle einer Wertung, sage aber wenigstens so viel: Es gibt halt Dinge, die in all ihrer Abgedrehtheit viel besser auf einen Laufsteg als an die reguläre 16-jährige aus Wedding passen. Das ist so und wird immer so bleiben. Aber soll man Zara zum Vorwurf machen, wer seine Designer-Kopien so kauft? Eben.

Jetzt ist es jedenfalls zu spät. Umtausch ausgeschlossen. Kleid ahoi!

Sequelized


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Teil 2 von "Sex and the City" endlich im Kino sehen zu können, nachdem es derart viele Gerüchte über eine mögliche Schwangerschaft Carries oder den Tod einer der Figuren gab, war erleichternd. Niemand wurde schwanger, niemand starb. Stattdessen ein fröhliches ".. and they lived happily ever after".

Das passiert also, wenn man erzählt, was nach einem von hypnotisierend positiver Musik begleiteten Ausblenden eines Blockbusters passiert. Oft dachte man bisher in einer ähnlichen Situation: Mei, schade, dass wir nicht erfahren, ob sie heute noch zusammen sind und das Leben zu zweit oder gar dritt genießen. Jetzt haben wir es erfahren: Carrie und Big sind noch glücklich - wenigstens, wenn der Blickwinkel nicht dem eines Drehbuchautors oder einer süßen, aufs ewige Glück hoffenden 16-jährigen entspricht. Aus der Sicht von jemandem, der mal eine Beziehung hatte, sieht das alles sehr normal aus. Hey, sie streiten sich (über auf dem Sofa abgelegte beschuhte Männerfüße, Ausgeh-Muffelei und den Fernseher im Schlafzimmer). Der Wahnsinn. Bei Charlotte, Miranda und Samantha eine ähnliche Situation: nicht komplett glücklich, nicht komplett vom Leben verflucht. Die großen Geschichten waren eben schon erzählt - in Teil 1.

Abseits der Story: Mode im Überfluss. Gestylt wie immer von Patricia Field. Auch wie immer: Es sah zuweilen atemberaubend, zuweilen unglaublich unpraktisch, zuweilen fabelhaft aus. Es sah aus wie eine Kostümierung, aber das tat es bei "Sex and the City" ja schon oftmals in der Serie. Komisch, dass trotzdem Kritik ala "Gott, ist das unrealistisch, in einem Petticoat-Rock überdimensionierter Ausmaße über einen arabischen Markt zu schlendern" aufkam. Ja, das finde ich wirklich lustig. Einer Kolumnistin und Buchautorin, die durch ihre Schreiberei mindestens 20.000 € im Monat verdienen müsste, um sich all die Schuhe, Taschen, Kleider und Accessoires leisten zu können, und die sich schon dadurch aus allen als realistisch zu bezeichnenden Zusammenhängen verabschiedet hat, will man also nun der Situation angemessen praktische Kleidung verordnen? Khaki-Shorts und Leinenbluse, oder wie? Na, da bin ich ja froh, dass Patricia Field sich entschieden hat, es lieber toll statt normal aussehen zu lassen. Dafür gehen wir ja schließlich ins Kino - für eine Geschichte abseits unseres Alltagslebens.

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P.S.: Auf der Premiere in London sahen die vier übrigens auch sehr hübsch aus. Das Vogelnest auf Sarah Jessica Parkers Kopf eine Ode an die Exzentrik des Films - und möglicherweise ihre eigene.

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Shopping For World Peace

.. Ahm, pardon, "Fashion Against Aids" heißt die aktuelle Festival-Kollektion von H&M ja richtigerweise. Aber das zu Grunde liegende Konzept ist das Gleiche. Gebt Geld aus und fühlt euch gut dabei, denn die Moneten fließen zu einem gewissen Prozentsatz in Hilfsprojekte ein - in diesem Fall zu 25%. Ganz ordentlich, könnte man im ersten Moment denken, aber halt! Ist ja H&M und die haben zum Teil Gewinnspannen jenseits von Gut&Böse.

Na, was soll's. Heilen wir halt Aids, indem wir ein Leoprint-Zelt und den dazu passenden Schlafsack mit aufs Hurricane nehmen. Aber vielleicht muss man das Ganze auch nicht so ernst sehen und kann sich einfach erfreuen an der kleinen Kollektion - und wie sollte das besser gehen, als mit ein bisschen Alkohol im Blut?

Und deshalb lud H&M letzten Donnerstag zur exklusiven Präsentation der "Fashion Against Aids" nach Berlin, in die H&M-Filliale am Hackeschen Markt. Mit dabei: 20 Kellner und Kellnerinnen, ungezählte Mojitos und Weißweine, Hotdogs und die übliche viele-Schwule-viele-aufgehübschte-Mädchen-Partycrowd. Die Kollektion selbst: Nebensache. Ihr wurde lediglich ein vergleichsweise winziges Eckchen des Ladens zugestanden, was für viel Gedränge sorgte. Die Stangen waren binnen 30 Minuten schon gut leer, von einigen Ladenhütern abgesehen. Die großen Renner des Abends: der "Fashion Against Aids"-Jutebeutel und die orangefarbenen Regencapes mit penetranter Leo-Musterung. Leider kam ich für beides zu spät (gedankliche Anführungszeichen bei "leider").

Um jetzt nicht allzu ausschweifend auf die Party einzugehen, denn das war es im Kern: ein lustiges Trinkgelage mit zwischenzeitlichem Klamotten-Anprobieren; hier einfach die Ausbeute des Abends. Denn - ich hatte sowas geahnt und auch gehofft - es gab reichlich Giveaways. Natürlich in besagtem Jutebeutel und mit dem Regencape bestückt. Sowohl in der Herrenausführung (mit Slip und Taschenkamm) als auch in der Damenedition (mit Taschenspiegel und Lipbalm) fand das Geschenk seinen Weg in meine Hände. Danke, H&M! Auch für die 20 Kondome, die ich mir freundlicherweise dazulegtet. Immerhin ein kleiner Anti-Aids-Bezug.

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P.S.: Ja, ich konnte nicht anders, auch ich erwarb ein Teil der Kollektion käuflich. Und zwar dieses Kleid hier:

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Top of The Flops

Sonntag ist das Ende der Woche und damit ein symbolhaft guter Tag um mit ein paar Dingen abzurechnen, die in der Versenkung verschwinden sollten, wie es eine Woche nach der anderen tut.

An erster Stelle: Der hohe Haarknoten. Und "hoch" ist hier kein Euphemismus - nein, nein. Ganz im Turmbau-zu-Babel-Sinne ist es zu verstehen. Wer Haare hat und dabei sein will, muss sie anscheinend zwingend ganz oben auf dem Kopf in einen Dutt formen. Beweise für diese kühne These? Ein Klick auf den Facehunter und bam! Da ist er, gleich prominent auf Seite eins und in blond.

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Und woher hat die Straße diesen Trend? Ist logisch: von den Laufstegen. Zum Beispiel dem von Christian Lacroix - da sogar in bunt und mit Flechtwerk.

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Schön ist anders. Warum nicht mal wieder ein klassicher Haarknoten am Hinterkopf? Ein wippender Pferdeschwanz? Ein verwuschelter geflochtener Zopf? Oder einfach offen lassen, bitte. Dieses tumorartige Knäuel am Oberkopf drückt sicher ganz fürchterlich auf euer Gehirn und nimmt außerdem dem Hintermann die Sicht, das kann keiner wollen.

Platz 2 der Rangliste der Dinge, die die Welt nicht braucht: David Blieswood. Aka Norbert Körzdörfer. Aka "Connaisseur aus Hamburg". Aka "Bild"-Kolumnist, enger Berater von Kai Diekmann und "Icon"-Geschmacksidol (die Stilbeilage der "Welt am Sonntag"). Ja, wirklich. Die Icon fragt ihn jeder Ausgabe (wenigstens in allen, die ich bisher las) nach seiner Meinung zu diesem und jenem Thema und gibt ihm in diesem Rahmen gern die Berufsbezeichnung "Connaisseur". Dass er in Wirklichkeit wohl nur in Bliesdorf lebt und nicht in Hamburg: Nebensache. Dass David Blieswood nur sein Künstlername ist (Körzdörfer ist halt auch übel und deshalb nur gut genug für "Bild"), der sich wild aus dem Namen seines Sohnes (David), seinem Lebensmittelpunkt (Bliesdorf) und seinem Traum (Hollywood) zusammensetz: geschenkt. Aber dass er ständig so einen Gurkenkram verzapft - nein, das ist zuviel des Guten. In der Mai-Ausgabe der "Icon" erklärt er uns etwa, was ein Mann haben muss. Ich packe meinen Koffer für einen Trip nach Blieswood-Hausen und nehme mit: ein IPad, einen 3D-Flat-TV, einen Mini-Bentley. Für alle mit weniger Kohle empfiehlt er dann noch ein Buch. Wie nett von ihm. Ich für meinen Teil möchte auch ihm einen erhöhten Buchkonsum ans Herz legen. Botschaft für heute (inklusive Hasen):

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Weil jedoch kein Tag gut ist, an dem man nicht auch etwas findet, das zur allgemeinen Freude beiträgt, zum Abschluss noch ein schönes Modemagazin namens "Blonde". Davon hatte ich schon mal gehört, es mir aber bislang noch nicht zu Gemüte geführt. Was im Nachhinein schade ist. Die "Blonde" ist mir aus verschiedenen Gründen sehr sympathisch: ganz groß im Format, sehr schlank (ungewöhnliche Haptik), Glanzcover (alles was glänzt, macht glücklich) und innen drin voller Mode. Des Weiteren keine lapidaren "Ich bin ja so ein Mädchen"-Artikel über Gefühliges und nicht ein Celebrity-Photo. Stattdessen sehr schöne Fashionstrecken, die man auch gerne länger betrachtet. Mein Favorit: "The Forest Girl".

Blondemagazin

Art is Art is Art

Ich gebe viel zu selten Ausflugstipps. Dabei ist Berlin voll schöner Dinge, von denen nur etwa 50% in Museen rumhängen, liegen oder stehen. Aber weil sich: "Ich war heute nur so in der Stadt rumstreifen" immer ein bisschen läppischer als "Bis eben habe ich 5 Stunden auf der Museumsinsel verbracht" anhört, soll es heute einfach mal um Kunst in Museen gehen. Es gibt ja verschiedenste Theorien darüber, was nun eigentlich eine ästhetische Empfindung auslöst, was überhaupt als solche gelten darf und wieso Beuys irgendwie ein ziemlich großer Freak ist. Ich habe für mich beschlossen, Kunst ist dann toll, wenn sie Spaß macht oder das genaue Gegenteil. Wenigstens ein Quäntchen Faszination, bitte. Deshalb würde es mir mutmaßlich auch sehr schwer fallen, 5 Stunden im Alten Museum rumzubringen, das triggert nichts bei mir. Und man fühlt sich ja immer so schlecht, wenn andere Menschen ganz begeistert vor einem Bild stehen bleiben, dessen primäre Farbstruktur sich aus Senftönen zusammensetzt, aus einem der vorigen Jahrhunderte stammt und nichts auslöst, außer vielleicht den Gedanken, wann es denn endlich ausreichend sei, mit dem Betrachten. Ganz schlimm: Wenn jene Begeisterte sich auch noch über sowas unterhalten können. Akute Kunstverständnis-Neid-Gefahr. Deshalb empfehle ich heute auch nur Buntes, Kurioses, und Tolles für Menschen, die es gern ein bisschen aufregender haben:

Unbedingt ansehen sollte man sich erstens Walton Fords "Bestiarium" im Hamburger Bahnhof, noch bis 6. Juni möglich. Viele Katzenratgeber empfehlen ja, mit dem geliebten Haustier mal eine Tiersendung anzusehen, denn was würde der Katze viel Freude bereiten. Ich hingegen behaupte: Eine Katze hätte noch viel mehr Spaß mit Walton Fords abstrusen Affen-, Löwen-, Bärenbildern in opulenter Optik. Zu jedem Bild gibt es eine kleine Geschichte, die dem Bild mal entspricht, ihm aber auch mal völlig entgegen stehen kann. Hier mein Favorit, das Affengelage:

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Mit Ausflug Nummer 2 könnt ihr euch noch ein bisschen Zeit lassen, denn Olafur Eliassons Installation "Innen Stadt Außen"  im Martin Gropius Bau dauert noch bis zum 9. August. Aber verpassen solltet ihr das Spektakel nicht. Die Welt am Sonntag meint, es handelt sich dabei um eine "Knoff-Hoff-Show" mit "Wellnesscenter"-Charakter und hat damit schon ganz gut beschrieben, worum es geht. Auch wenn der Artikel im Ganzen eher einem Verriss gleich kommt, der Ausstellung wird er nicht wirklich gerecht. Ich als Angehörige der Generation Spaß hatte jedenfalls fröhliche Momente mit Schattenspielen, Zerrspiegeln, der Raseninstallation, dem psychedelischen Wasserstrahl und dem Nebel-Raum. Und 'nen bisschen was über Wahrnehmung hätten wir damit auch gelernt: Jeder sieht alles anders.

Was ich im Buchladen des Martin Gropius Bau sah und mit nach Hause nahm, war jedenfalls "The Little Fashion Dictionary" von Christian Dior -  im pink-kitschigem Retro-Einband, den ich euch nicht vorenthalten möchte. Daneben im angenehmen Farbbruch: meine neue Mango-Kette.

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Spring!

Es ist wieder so weit. König Winter hat sich verzogen, hoffentlich jetzt mal endgültig; und uns mit seinem Freund, dem Frühling zurückgelassen. Es ist also Zeit, die Winterstiefel weg zu lagern (schon geschehen), die Garderobe von fetten Mänteln zu befreien (längst passiert) und die langen Strickjacken über niedlichen Kleidchen zu tragen, einfach nur so, nicht aus Warmhaltungsgründen (in baldiger Zukunft). Und weil der Frühling nicht nur in Garderoben, sondern auch in Wohnungen einziehen kann, poste ich heute mal ein Bild von den netten 2,99€-Blumen (Ranunkeln), die ab jetzt hier rumblühen. Das machen sie doch sehr schön.

Spring

Und weil das allein nicht reicht und bloß so ein diffuses "Ochja, nett"-Gefühl transportiert, hier noch ein bisschen Fashion! Lang ist's her, da haben viele, viele Designer ihre Frühjahrs-Vision auf den Laufstegen gezeigt. Um genau zu sein fast 7 Monate. Ja, das ist mehr als ein halbes Jahr, ihr Braniacs. Irgendwie doch eine große Zeitspanne, die besten Wahrsager von 9Live können nicht so weit in die Zukunft sehen. Ich habe dann aber doch zig süße Kleidchen gefunden, die ich jederzeit überwerfen würde.

1 - Badgley Mischka 2 - Blumarina 3 - Burberry Prorsum 4 - Elie Saab 5 - Oscar de la Renta 6 - Stella McCartney 7 - Vera Wang

(alles über Style.com, alles Spring 2010 Ready to Wear)

(download)

Polish Your Blog

Warum sind eigentlich immer gut 30% der Seiten in Frauenmagazinen dem Beauty-Ressort entsprungen? Ich finde das ja eher langweilig. Mich interessieren neue Rouge-Farben nicht (meine heißt "Best Friends", hat allein deshalb schon long-lasting-Charakter und kostet noch dazu nur schlappe 2, 3 € oder so); Parfüm-Listungen sind allerhöchstens schön anzusehen (den geschwungenen Flakons sei Dank), aber da das wichtigste Auswahlkriterium für einen Duft fehlt - nämlich der Duft selbst, erschließt sich mir einfach der Sinn einer solchen Parfüm-Empfehlung nicht; und einen zweiseitigen Artikel über die neue Lippenstiftserie von Chanel "Rouge Coco" (so in der aktuellen InStyle vorgefunden) braucht meiner Ansicht nur einer: die Marketing-Abteilung von Chanel.

Aber um einem aktuellen Web-Trend zu folgen (man probiert ja alles mal aus, auch das blinde Rennen der Herde nach) stelle ich heute zwei Dinge vor: Einerseits meine neu erworbenen Nagellacke in den Farben Seichtgrau und Glitzibraun - schön dazu im Kontrast die Farbskala, die ich sonst auf meinen Nägeln präsentiere, da dominieren die Rot-, Beeren und French-Nail-Töne.

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Und andererseits meine liebsten drei Blogs der westlichen Hemisphäre, die alle ihrerseits einst mit einem Nagellack-Posting von sich reden machten. Und wenn schon nicht reden machten, dann doch wenigstens: mich unterhalten haben.

1. BeesandBallons: Hier schreibt jemand so viel, dass sogar meine Informationsfresswut, die zuweilen zuschlägt, befriedigt werden kann. Außerdem behauptet die Autorin: Der Nagellack-Post ist das neue Schwarz. Und hat damit ja soo Recht.
2. LesMads: Die haben schon ihre eigene Domain und lungern nicht mehr auf irgendwelchen Blog-Plattformen herum. Will sagen: Da wird mit dem Geblogge sogar Geld verdient. Das allein ist ja schön (für die Autorinnen zum Beispiel, aber auch für uns, die naiven Mädchen von nebenan, deren Traum das irgendwie immer noch ist), dazu ist die Seite auch informativ und bietet jeden Tag viel Neues. Hier geht man jedenfalls sehr high-end-mäßig an das Thema Nagellack heran und fragt sich, ob French Manicure in Schwarz/Gold eigentlich hot oder not ist. Soviel sei verraten, Chanel spielt auch hier eine Rolle..
3.Strawberry's Style Diary: Kein Nagellack-Beitrag. Noch ein Grund diesen Blog zu mögen. Die anderen: Nicht nur Fashion, auch mal ein paar persönliche Worte dazwischen und eine Meinung, was ja immer recht angenehm ist.

Und jetzt legen wir uns alle in die Sonne und freuen uns daran, wie die Nägel das Licht reflektieren, ganz gleich, in welcher Farbe wir sie lackiert haben.

 

Fashion Meets Tech

Party2010

Das Event des Jahres fand gestern statt. Mutmaße ich. Denn ich war ja woanders. Und zwar im Tape Club, gefühlt nur wenige Meter vom Berliner Hauptbahnhof entfernt. Angeblich soll es da Freigetränke gegeben haben, aber das halte ich für einen Mythos. Meiner hat jedenfalls Geld gekostet. Dafür wurde ich aber von einem extra stylischen Barkeeper bedient. Ansonsten liefen da sehr viele Freaks&Geeks rum, Frauen/Männer-Verhältnis ungefähr bei 75/25. Meine Frage, was denn hier nun Fashion sei, wurde mit wohlwollendem Lachen quittiert. Aber eines fiel dann doch sehr positiv auf: Auf Floor 2 gab es eine raumgreifende Baum-Installtion aus Sperrholz in zartem grau. Hatte was, allein die Idee: ein Baum aus Holz. Geht also ruhig mal in den Tape Club, aber vielleicht lieber, wenn die Nerds (wegen der re:publica in Berlin) wieder aus der Stadt verschwunden sind.